Am 10.8.2010 wurde der in Köln lebende Dogan Akhanli auf dem Flughafen Istanbul verhaftet. Ihm wird die Beteiligung an einem Raubüberfall mit einem Toten im Jahr 1989 vorgeworfen. Seine Anwälte und Unterstützer bezweifeln die Rechtsstaatlichkeit des Verfahrens. Obwohl der Schriftsteller und Menschenrechtler seit 2001 deutscher Staatsbürger ist, nachdem ihm die türkische Staatsangehörigkeit entzogen wurde, verwehrt ihm die türkische Staatsanwaltschaft die Betreuung durch das Deutsche Konsulat.
Die Anklage stützt sich hauptsächlich auf zwei Zeugenaussagen. Beide Zeugen haben ihre früheren Aussagen – in einem Fall unter Folter zustande gekommen – widerrufen. Doch diese entscheidenden Entlastungsbeweise, die der Verteidigung als Kopie vorliegen, sind bisher weder der Hauptakte beigefügt noch dem Haftrichter übermittelt worden. In Unkenntnis dieser aktuellen Zeugenaussagen lehnte der Haftrichter eine Haftbeschwerde ab.
Özlem Alev Demirel, Abgeordnete der Linken im Düsseldorfer Landtag, fordert: „Dogan Akhanli muss sofort freigelassen werden! Die Inhaftierung verstößt gegen die Menschenrechte. Die Verweigerung der türkischen Staatsanwaltschaft die Verhaftung eines deutschen Bürgers beim deutschen Konsulat zu melden, verstößt gegen die internationalen Verträge, die auch die Türkei unterzeichnet hat. Die Verhaftung von Dogan Akhanli ist ein Verstoß gegen Demokratie und Menschenrechte“