„Der Verlust eines Festivals, das jährlich fast 200.000 Besucher angelockt hat, ist ein schwerer Verlust für die kulturelle Landschaft Bonns und ganz Nordrhein-Westfalens“, erklärt Ralf Michalowsky, kulturpolitischer Sprecher der Fraktion DIE LINKE im Landtag NRW. Das traditionsreiche „Rheinkultur“-Festival, das im kommenden Jahr zum 30. Mal hätte stattfinden sollen, sei auch deshalb so wertvoll gewesen, weil es „als Festival mit freiem Eintritt immer wieder hochkarätige Musiker nach Bonn holte, die viele Jugendliche und junge Erwachsene sonst nur auf kommerziellen Festivals hätten sehen können – wenn sie die finanziellen Möglichkeiten dazu haben“, sagte Michalowsky.
„Ein Armutszeugnis für die Stadt Bonn ist es, dass sie offenbar nicht ganz unschuldig am Aus des Festivals ist“, so der Abgeordnete weiter. So beklagen die Veranstalter in einer Stellungnahme unter anderem, dass die Stadt sich zwar immer gern mit dem Festival gebrüstet hat, es jedoch darüber hinaus an Unterstützung gemangelt habe. Sie gaben an, dass es zwar eine finanzielle Unterstützung gegeben habe, die „Rheinkultur“ aber mit stärkeren Auflagen versehen wurde als vergleichbare Großveranstaltungen. Sie sprechen von einer „kontinuierlichen Ungleichbehandlung“. „Dass die Stadt, die mal einen Ludwig van Beethoven hervorgebracht hat, heute einen kulturpolitischen Trumpf wie die ,Rheinkultur‘ derart verspielt, ist schon beachtlich“, schließt der Abgeordnete.