Nachdem in der letzten Woche bekannt wurde, dass ein neunjähriges Mädchen in Mönchengladbach wegen ihres muslimischen Glaubens einer evangelischen Bekenntnisschule verwiesen wurde, haben die LINKEN-Abgeordneten Bärbel Beuermann und Ralf Michalowsky eine Kleine Anfrage an die Landesregierung gestellt. Die Eltern der kleinen Zeynep wollten laut "WAZ" vom 23.07.2011 ihre Tochter vom Religionsunterricht befreien lassen. Als die Schule dies nicht zuließ und die Eltern dagegen Widerspruch einlegten, wurde das Mädchen kurzerhand der Schule verwiesen.
Bärbel Beuermann, Fraktionsvorsitzende der LINKEN im Landtag, stellt dazu fest: "Als Lehrerin hat mich dieser Fall sprachlos gemacht. Es sollte das Recht der Erziehungsberechtigten sein, darüber zu entscheiden, ob ein Kind in diesem Alter am Religionsunterricht teilnimmt und an welchem Religionsunterricht es teilnimmt. Auch das verstehe ich unter Religionsfreiheit. Wir hoffen, mit unserer Anfrage der Landesregierung in diesem und für zukünftige Fälle, in denen aus Steuergeldern finanzierte Schulen derart eigenmächtig handeln, ein paar Denkanstöße gegeben zu haben."
Ihr Kollege Ralf Michalowsky, kirchenpolitischer Sprecher der Fraktion, ergänzt: "Die Eltern von Zeynep haben richtig gehandelt und den Fall öffentlich gemacht. Mit unserer Anfrage wollen wir auch erfahren, ob so etwas in Nordrhein-Westfalen schon öfter vorgekommen ist, ohne dass die breite Öffentlichkeit davon erfahren hat. Wenn diese Diskriminierung kein Einzelfall ist, ist die Landesregierung dringend zum Handeln aufgefordert. Auch sind wir sehr gespannt auf die Rolle des Schulministeriums in diesem Fall."