Zur Einbringung der Großen Anfrage „Mädchen und Frauen im Strafvollzug des Landes Nordrhein-Westfalen“ erklärt Anna Conrads, innen- und rechtspolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE: „Für Frauen im Strafvollzug existieren besondere Problemlagen und strukturelle Benachteiligungen – europaweit und auch in NRW.“ Daher hat DIE LINKE gestern eine Große Anfrage zur Situation von Mädchen und Frauen im Strafvollzug an die nordrhein-westfälische Landesregierung eingereicht, um die unterschiedlichen lokalen Haftbedingungen für Frauen einer genauen Analyse zu unterziehen.
Das europäische Regionalbüro der Weltgesundheitsorganisation stellt in der Studie zur „Gesundheit von Frauen im Strafvollzug“ (2009) mit Besorgnis fest, dass der Umgang mit weiblichen Straftäterinnen in Europa oftmals hinter die Vorgaben der Menschenrechte zurückfällt. „Auch die angebotenen Ausbildungs- und Arbeitsmöglichkeiten sind sowohl in qualitativer als auch in quantitativer Hinsicht sehr begrenzt“, sagte Conrads. „Verbunden mit den kurzen Haftstrafen kann eine spätere, angemessene Zukunftsperspektive in der Gesellschaft kaum gewährleistet werden.“
Neben einem Blick auf die Umstände im Strafvollzug aus frauenpolitischer Sicht erhofft sich die Abgeordnete von der Antwort der Landesregierung auch Anhaltspunkte für gesellschaftliche Hintergründe der Inhaftierung von Frauen und wie diese gegebenenfalls vermieden werden kann. „Vor allem geht es darum, dazu beitragen, dass ein geschlechtsbezogener Blick auf allen Ebenen im NRW-Strafvollzug gewährleistet wird.“