DIE LINKE im Landtag von NRW verurteilt die Niedriglohnpraxis beim Discounter Netto. Nach Medienberichten und Informationen der Gewerkschaft ver.di zahlt der Discounter sogenannten Mini-Jobbern teilweise nur 5,50 Euro Stundenlohn. „Wenn dann die Sprecherin des Betriebes lapidar darauf hinweist, dass sich jede Kollegin und jeder Kollege, der/die Gesprächsbedarf hat, doch an den Betriebsrat wenden könne, dann ist das eine skandalöse Verhöhnung der eigenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter“, erklärte der arbeitsmarktpolitische Sprecher der Linksfraktion, Wolfgang Zimmermann.
Unter anderem in Bottrop gäbe es zudem Fälle, in denen Hartz-IV-Bezieherinnen und -Bezieher dazu gezwungen worden seien, diese Jobs anzunehmen. Zimmermann wirft dem Discounter menschenunwürdiges Verhalten vor: „DIE LINKE. fordert Netto auf, den eigenen Tarifvertrag auch bei den Mini-Jobbern einzuhalten.“ Diese Praktiken machen nach seinen Worten deutlich, wie wichtig ein flächendeckender gesetzlicher Mindestlohn in Höhe von zehn Euro ist.
„Es ist perfide, wenn dieser Mindestlohn von Arbeitgeberseite und von der Bundesregierung nach wie vor mit Hinweis auf die Tarifautonomie bekämpft wird, wenn gleichzeitig trotz bestehender Tarifverträge Niedrigstlöhne gezahlt werden.“ Besonders zynisch sei es, wenn Menschen auch noch von den ARGEn gezwungen würden, diese Arbeit anzunehmen.