„Die Haltung der SPD/GRÜNEN-Landesregierung und der CDU zum gefährlichen sogenannten ‚Fracking‘, also zur neuartigen Gewinnung von Erdgas, ist weiterhin mehr als fragwürdig“, kritisiert Rüdiger Sagel, stellvertretender Fraktionsvorsitzender der LINKEN im Landtag.
"Überall in NRW wittern die Energiekonzerne beim Erdgas das große Geschäft. Die SPD/GRÜNEN-Landesregierung will zwar zunächst eine Studie erstellen lassen, die die Gefahren prüfen soll, betont aber gleichzeitig, dass man grundsätzlich für die Erdgasgewinnung ist. Deshalb wird die Vergabe der Studie immer wieder verzögert. Die CDU will neuerdings kein ‚Fracking‘ mehr, ist aber weiterhin für die Erdgasgewinnung und für Probebohrungen. Das Ganze dient offensichtlich dazu, Zeit zu gewinnen und der Bevölkerung Sand in die Augen zu streuen. Die Energiekonzerne vermuten in NRW das zweitgrößte Erdgasvorkommen Europas, und CDU, SPD und DIE GRÜNEN wollen tatsächlich eine Auseinandersetzung mit ihnen vermeiden. DIE LINKE hatte als einzige Fraktion bereits im Februar einen Antrag in den Landtag eingebracht, der sich konsequent gegen die Erdgasgewinnung und das ‚Fracking‘ ausspricht. Wir wollen nicht jede Energiequelle, die es auf oder unter der Erde gibt, ausbeuten. Unseren Antrag haben aber SPD/DIE GRÜNEN und CDU abgelehnt."
Sagel, der Bergbauingenieur ist und an Expertenfachgesprächen zum ‚Fracking‘ teilgenommen hat, weist darauf hin, dass die Verunreinigung des lebenswichtigen Grundwassers nur eine mögliche Folge sei. "Kleinere Erdbeben und Tagesrisse mit Gasaustritt können ebenfalls vorkommen. Die Grundwasserhorizonte bekommen dann untereinander Kontakt. Deshalb muss das ‚Fracking‘ von vornherein verboten werden. Die Bürgerinitiativen in der Region haben mit ihrer ablehnenden Argumentation vollkommen Recht. Alle Parteien müssen ihr Zeitspiel beenden und sich für ein klares Verbot aussprechen."