30. März 2011 Rüdiger Sagel

LINKE fordern von Grünen konsequente Haltung beim „Fracking“

Rüdiger Sagel, stellvertretender Vorsitzender der Fraktion DIE LINKE. NRW

 

Bei der Atomenergie kritisieren die Grünen wie auch die SPD das Moratorium der CDU/FDP-Bundesregierung. Beim "Fracking" nach unkonventionellem Erdgas setzen sie sich aber nur für ein Moratorium statt eines Verbots ein, kritisiert der stv. Fraktionsvorsitzende Rüdiger Sagel, LINKE-Landtagsfraktion, die inkonsequente Haltung.

"In NRW wittern die Energiekonzerne beim Erdgas das große Geschäft. Die Haltung von Grünen und SPD zum riskanten sogenannten „Fracking“, d.h. zur Gewinnung von unkonventionellem Erdgas, ist mehr als fragwürdig. DIE SPD/Grüne- Landesregierung will jetzt ein Gutachten in Auftrag geben, das die Gefahren prüft, betont aber gleichzeitig, dass sie grundsätzlich für diese Form der Erdgasgewinnung ist. Die Energiekonzerne vermuten in NRW eventuell das zweitgrößte Erdgasvorkommen Europas, und Grüne wie SPD wollen offensichtlich eine Auseinandersetzung mit ihnen vermeiden. Die LINKE hat daher als einzige Fraktion einen Antrag in den Landtag eingebracht, der die Erdgasgewinnung durch „Fracking“ ablehnt. Wir wollen nicht jede denkbare Energiequelle, die es auf respektive unter der Erde gibt, ausbeuten. Den Antrag der LINKEN haben aber Grüne und SPD abgelehnt."

Die Verunreinigung des Grundwassers ist nur eine mögliche negative Folge des „Frackings“. Sagel, der als Bergbauingenieur an der Expertenrunde des Regierungspräsidenten Arnsberg teilgenommen hat, thematisiert auch die Druckentlastung, die durch eine Förderung des Gases entsteht. "Kleinere Erdbeben und Tagesrisse mit Gasaustritt können weitere Folgen des „Frackings“ sein. Die Grundwasserhorizonte bekommen untereinander Kontakt. Deshalb muss das „Fracking“ von vornherein verboten werden. Die Sichtweise der Bürgerinitiativen in der betroffenen Region sind vollkommen richtig. Grüne und SPD müssen ihr Zeitspiel beenden und sich für ein klares Verbot aussprechen."