Voll in seiner Kritik bestätigt sieht sich der stellvertretende Vorsitzende der Fraktion DIE LINKE im Landtag von NRW, Rüdiger Sagel, durch aktuelle Medienberichte zur WestLB. Demnach hat die Kanzlei von Friedrich Merz allein im Jahr 2010 rund zwei Millionen Euro von der maroden Landesbank bekommen, die Investmentbank Morgan Stanley gar 3,6 Millionen Euro. „Das ist eine derart unverschämte Selbstbedienung, dass sie selbst die hartgesottene und skrupellose Bankenkonkurrenz fassungslos macht“, erklärt Sagel. „Das sagt ja wohl schon alles.“ Er fordert von der SPD-/Grünen-Landesregierung, „endlich die Kungeleien bei der Bank“ offenzulegen.
Nun sei endgültig klar, was DIE LINKE schon vor Langem erkannt habe: „Abzocker wie Merz haben die WestLB als Beute gerissen. CDU und FDP haben den Deal, der das möglich gemacht hat, eingefädelt und SPD und Grüne haben dem Treiben zugeschaut, ohne einzugreifen“, so Sagel. Es sei absehbar, dass die Ausschlachtung der WestLB auch im laufenden Jahr weiter gehe. Eine Teilrechnung über 200.000 Euro für die Verkaufsberater liege bereits vor, weitere Rechnungen würden erwartet.
Als besonders skandalös bezeichnete es Sagel, dass neben dem Millionenbetrag für Morgan Stanley nebenbei noch ein „Meilenstein-Honorar“ von rund vier Millionen Euro gezahlt wurde. Dies allein dafür, dass die Bank einen 300 Seiten starken Verkaufsprospekt schrieb. Sagels Folgerung lautet entsprechend: „Neben dem Vertrag mit Merz muss auch der Vertrag mit Morgan Stanley, die nun den Verkauf der WestLB-Einzelteile organisieren soll, sofort beendet werden. Denn dafür soll die Investmentbank erneut eine zusätzliche Vergütung erhalten.“