5. Mai 2011 Ralf Michalowsky

Kardinal Meisners Schwulenfeindlichkeit erinnert an dunkelste Zeiten

Ralf Michalowsky, kirchenpolitischer Sprecher der Fraktion DIE LINKE. NRW

 

Der Kölner Erzbischof Kardinal Meisner hat heute dem prominenten Kirchenkritiker David Berger die Lehrerlaubnis entzogen. „Manchmal möchte ich am liebsten wieder in die Kirche eintreten, nur um wieder austreten zu können“, entrüstet sich Ralf Michalowsky, kirchenpolitischer Sprecher der Fraktion DIE LINKE im Landtag NRW.

Berger wurde sowohl aufgrund seines kirchenkritischen Buches „Der heilige Schein“ als auch wegen seiner Homosexualität entlassen. Dies gibt ein von Meisner persönlich unterzeichnetes Dekret unumwunden zu. Dort heißt es, dass Berger „in Lehre und Lebensführung“ nicht mit den Grundsätzen der Kirche übereinstimme. „Der Paragraph 175 ist seit Jahrzehnten außer Kraft gesetzt“, erinnerte Michalowsky. „Die katholische Rechtsprechung geht einmal mehr über die weltliche hinweg und verletzt elementare Freiheitsrechte.“

Kardinal Meisner war bisher besonders bekannt geworden für seine zahlreichen Vergleiche mit dem Nationalsozialismus. In der jüngeren Vergangenheit verglich er den Schwangerschaftsabbruch mit dem Holocaust, prangerte nicht kirchliche Kunst als „entartet“ an und stellte die kirchenkritischen Theorien des Evolutionsbiologen Richard Dawkins in eine Reihe mit der Rassepolitik der Nationalsozialisten. „Zu allem Überfluss erhält Meisner sein Gehalt auch noch vom Steuerzahler, nicht aus dem Kirchensäckel“, sagte Ralf Michalowsky. „Erneut zeigt sich: Nicht umsonst fordern wir seit Jahren die komplette finanzielle Trennung von Staat und Kirche.“