Die Ankündigung von Ministerin Barbara Steffens den Fachkräftemangel in der Pflege durch Anwerbung von Fachkräften aus dem Ausland zu begegnen hält die Fraktion DIE LINKE im Landtag NRW für fehlgeleitet.
„Wer wie SPD und Grüne durch Fallpauschalen, Budgetdeckelungen und unzureichende Ausstattung der Pflegekassen auch in der eigenen Regierungszeit im Bund den Arbeitsdruck steigert und die Verdienstmöglichkeiten minimiert, muss sich nicht wundern, wenn dieser Beruf immer uninteressanter für junge Menschen wird“, meint Wolfgang Zimmermann, Fraktionsvorsitzender und gesundheitspolitischer Sprecher der LINKEN im Düsseldorfer Landtag. „Eine Anwerbung von Fachkräften aus dem Ausland umgeht das Problem der schlechten Arbeitsbedingungen und Löhne nur“, so Zimmermann weiter. „Außerdem ist für viele Arbeitskräfte aus dem Ausland der Wechsel nach Deutschland aufgrund der miserablen Arbeitsbedingungen hier überhaupt nicht attraktiv“, konstatiert er.
Diese Politik wird nun von der schwarz-gelben Bundesregierung fortgesetzt. „Es ist skandalös, dass die Bundesregierung mit ihrem Sparpaket im Bereich der Qualifizierung von Arbeitssuchenden auch den Fachpflegeseminaren für Altenpflege die Luft abschneidet. Beispielsweise sind im gesamten Kreis Mettmann die Bildungsgutscheine für diesen Bereich auf zwei pro Monat gekürzt worden. Davon kann kein Seminar überleben!“ so Zimmermann.
Besonders pikant findet Zimmermann, dass ausgerechnet die der SPD nahestehende AWO in Essen nun Leiharbeiterinnen und Leiharbeiter in der Pflege einsetzt und so maßgeblich zur weiteren Verschlechterung der Arbeitsbedingungen in diesem Bereich beiträgt. „Vielleicht sollte die Ministerin mal bei ihrem Koalitionspartner nachfragen, welchen Beitrag er dazu leisten kann, die Arbeitsbedingungen in der Pflege wieder attraktiver zu gestalten.
Mit seiner Kritik an den Plänen der Ministerin sieht sich Zimmermann in einer Linie mit den Parteifreunden von Frau Steffens. Die grüne Bundestagsabgeordnete Elisabeth Scharfenberg hatte sich in einer Pressemitteilung am 26. Oktober ebenfalls für eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen als wirksames Mittel gegen den Fachkräftemangel ausgesprochen und gemeint, dass eine Anwerbung von Fachkräften aus dem Ausland den Mangel „nicht aufhalten“ wird.