19. Juli 2011 Rüdiger Sagel

Ein „Sozialticket“ für 30 Euro ist nicht sozial

Rüdiger Sagel, stellvertretender Vorsitzender der Fraktion DIE LINKE. NRW

 

Vor der heutigen Sitzung der Fraktionen im VRR forderten Aktivisten/-innen vor dem Essener Rathaus „ein Sozialticket, das auch sozial ist“. Während der VRR lediglich ein neues Monatsticket für 30 Euro auflegen und mit dem Etikett „sozial“ versehen will, lautet die Forderung der Demonstranten/-innen auf ein echtes Sozialticket für 15 Euro, analog der für den Nahverkehr vorgesehen Regelsätze nach SGB II und SGB XII. „Das ist nicht das, was uns versprochen wurde, und das ist nicht das, was wir unter einem Sozialticket verstehen“, sagte Rüdiger Sagel bei der Aktion.

Sagel, Landtagsabgeordneter für DIE LINKE, erinnerte an den Pilotversuch in Dortmund von 2008 bis Anfang 2010: „Da haben wir erlebt, dass die Zahl der Sozialticket-Abonnenten massiv einbrach, als der Preis zum 1. Februar 2010 von 15 auf 30 Euro angehoben wurde: Die Zahl fiel von über 24.000 auf mittlerweile unter 8.000 Abos.“ Der erste Preis sei ganz offenkundig halbwegs passend gewesen, der erhöhte nicht. „Vor diesem Hintergrund zeugen die aktuellen Pläne des VRR von einiger Ignoranz“, so Sagel. „Die sonstigen Konditionen des geplanten Angebots sind halbwegs in Ordnung. Aber mehr als 15 Euro sind dafür nicht drin!“

Zu der Aktion vor der VRR-Sitzung hatten neben dem Landesverband DIE LINKE. NRW u. a. die Altstadt-Armenküche Düsseldorf, das Straßenmagazin „fiftyfifty“, der DGB Region Ruhr-Mark, das Bochumer Sozialforum und Pro Bahn Dortmund aufgerufen. „Ist es wirklich nötig, sie daran zu erinnern, dass kommunale Verkehrsunternehmen auch einen sozialen Auftrag haben?“, fragten sie in einem Flugblatt und kündigten an: „Wir werden keine Ruhe geben, bis auch die letzten Begriffsstutzigen im VRR begreifen, was wir meinen.“