6. April 2011 Ralf Michalowsky

Dafür ist Geld da: NRW zahlt für britische Prinzen-Hochzeit

Ralf Michalowsky, medienpolitischer Sprecher der Fraktion DIE LINKE. NRW

 

Eine Hochzeit ist häufig ein freudiger Anlass. Auch die Trauung von Prinz William von Wales und Kate Middleton am 29. April in der Londoner Westminster Abbey ist davon nicht ausgenommen. „Eine nicht ganz so große Freude ist für die Fraktion DIE LINKE, dass die Hochzeit des britischen Thronfolgers mit nordrhein-westfälischem Steuergeld gefeiert wird – aber unter Ausschluss der Öffentlichkeit“, erklärt dazu Ralf Michalowsky, medienpolitischer Sprecher Fraktion.

Die steuerfinanzierte Landesanstalt für Medien (LfM) in NRW lädt an diesem Tag zusammen mit der BBC und dem britischen Generalkonsulat handverlesene Gäste in den Düsseldorfer Medienhafen ein, wo der „Wedding Event 2011“ auf einer Großbildleinwand übertragen wird. In der Einladung heißt es unter anderem, dass die Hochzeit „zweifelsfrei das gesellschaftliche Ereignis des Jahres“ sei. Und: „Teilnahme nur mit besonderer Einladung!“

„Die Landesanstalt für Medien wäre besser damit beraten, für das Geld ihren Aufgaben nachzukommen“, meint Ralf Michalowsky. „Dazu zählen unter anderem Förderung der Medienkompetenz, Jugendschutz und Erhalt der Meinungsvielfalt bei den Privaten. Was da die Übertragung eines trivialkulturellen Ereignisses wie einer Adelshochzeit zu suchen hat, ist mir ein Rätsel.“
 
Die Linksfraktion hat dazu eine kleine Anfrage an die Landesregierung gestellt und möchte unter anderem wissen, wie teuer der royale „Wedding Event 2011“ für den nordrhein-westfälischen Steuerzahler genau wird.