Wie bereits im letzten Jahr wird die Landtagsfraktion DIE LINKE am Wochenende am NRW-Tag sowie am Deutschlandfest in Bonn teilnehmen. „Und abermals werden wir das heitere Treiben an einigen Punkten in Frage stellen müssen“, sagte die Fraktionsvorsitzende Bärbel Beuermann. „Wenn sich im Rahmen dieses Festes die Bundeswehr als integraler Bestandteil der Gesellschaft selbst loben und um die Gunst von ,aktionsorientierten Jugendlichen‘ werben darf, können wir das nicht unkommentiert lassen! Anders als die anderen Parteien sehen wir das Militär keineswegs als Alltagserscheinung an“, betonte die engagierte Pazifistin.
Dem diesjährigen Motto FreiheitEinheitFreude kann Beuermann nach eigener Aussage durchaus einiges abgewinnen. Diese lebensbejahende Ausrichtung werde jedoch ad absurdum geführt, wenn die derzeit im Krieg befindliche Bundeswehr dort als Garant sicherer Arbeitsplätze auftrete. Das deutsche Militär werde derzeit durch massive Reformen fronttauglich gemacht und immer stärker in ein modernes Offensivheer umgewandelt, sagte die Fraktionsvorsitzende. „In Zeiten asymmetrischer Kriegsführung, in denen hochgerüstete High-Tech-Heere gegen leichtbewaffnete Zivilbevölkerung ins Feld ziehen, packt mich persönlich Ekel, wenn hier mit den gleichen ,Spielzeugen‘ Jugendliche angelockt und zum Kriegsdienst geworben werden sollen“, so Beuermann. SPD und Grüne hätten sich offensichtlich längst mit diesen Umständen arrangiert und reihten sich nahtlos in die mediale Mobilisierung im Innern ein. „Wir Linken haben und werden nicht vergessen, wozu die Verflechtung von Zivilgesellschaft und Militär dient – und wohin sie führt.“