Die Räumung des Autonomen Zentrums (AZ) in Köln-Kalk steht offenbar kurz bevor. Seit gestern Abend riegeln Polizeikräfte das Gebäude ab, um einen Räumungstitel der Eigentümerin des Gebäudes, der Sparkasse Köln-Bonn, zu vollstrecken. Die im AZ ausharrenden Menschen erfahren große Unterstützung aus dem Stadtteil.
Auch die Fraktion DIE LINKE im Landtag NRW zeigt sich mit den Aktiven des Kulturzentrums solidarisch. „Das AZ leistet einen enormen Beitrag zur Stadtteilkultur“, erklärten die beiden Kölner Landtagsabgeordneten Carolin Butterwegge und Özlem Alev Demirel. „Wir fordern die Sparkasse auf, durch einen ausgewogenen Mietvertrag eine dauerhafte Nutzung des Gebäudes zu ermöglichen.“
Seit seiner Gründung vor einem Jahr ist das AZ in der Wiersbergstraße durch Konzerte, Theater, Workshops und Vortragsabende ein unverzichtbarer Ort geworden, der all das organisiert, wofür die öffentlichen Kassen der Stadt immer weniger Geld bereitstellen. Dem stehen die kommerziellen Interessen der Sparkasse entgegen. Diese musste sich auf EU-Anordnung hin aus dem Immobiliengeschäft zurückziehen und deshalb das Gebäude an die Stadt Köln verkaufen, sieht nun aber den Verkaufsgewinn geschmälert, wenn sie das Gebäude nicht „besenrein“ übergeben kann.
„Sparkasse und die Stadt Köln müssen gemeinsam mit den Aktiven des AZ einen Weg finden, dieses wichtige Projekt zu erhalten“, sagte Carolin Butterwegge. „Ein Mietvertrag zur Absicherung wäre der erste Schritt dazu.“ Özlem Demirel forderte die Polizei auf, eine Räumung nicht mit Gewalt durchzusetzen. „Die Stadtspitze muss hier ganz konkret Einfluss nehmen um zu verhindern, dass die Situation in dem umzingelten Gebäude eskaliert. OB Roters darf sich nicht einfach aus der Affäre ziehen – nichts zu tun heißt, der Räumung zuzustimmen.“