23. November 2011 Ralf Michalowsky

Automatenlobby stiftet Panik, um Regulierung zu verhindern

Ralf Michalowsky, medienpolitischer Sprecher der Fraktion DIE LINKE. NRW

 

Der Deutsche Automaten-Verband (DAV) versucht weiterhin mit allen Mitteln, das Inkrafttreten eines neuen Glücksspielstaatsvertrags, der auch das Automatenspiel regulieren soll, zu verhindern. „Die Lobbyisten-Vereinigung DAV versucht mit allen Mitteln Panik zu verbreiten, weil sie selbst Panik hat“, erklärt dazu Ralf Michalowsky, medienpolitischer Sprecher der Linksfraktion NRW. Aktuell verbreitet der Verband das Schreckensszenario eines akuten Einbruchs des Vergnügungssteueraufkommens um 90 Prozent, das die Kommunen in NRW 84 Millionen Euro kosten würde.

„Diese zum Schreckensszenario aufgebauschte Meldung lässt sich schnell relativieren, wenn man die angenommen 84 Millionen Euro Verlust mal auf die 23 großen, kreisfreien Städte verteilt“, rechnet Michalowsky vor. „Dann kommt man auf 3,65 Millionen, was zwar immer noch ein großer Betrag ist, der aber durch wegfallenden Kosten im Sozialbereich kompensiert werden kann – konkret die Kosten, die direkt und indirekt durch Spielsucht verursacht werden.“

Der neue Glücksspielstaatsvertrag sieht auch eine Regulierung im Bereich des Automatenspiels vor, insbesondere in Hinblick auf Suchtprävention und Suchtbekämpfung. „Das Automatenspiel hat einen hohen Spielsuchtfaktor, der vom DAV jedoch bestritten wird“, so Michalowsky. In der letzten Woche veröffentlichte der Verband etwa eine Auftragsstudie, die im Ergebnis behauptet, dass Spielautomaten nicht süchtig machen würden. Auch diese Behauptung des DAV sei „absolut lächerlich“, sagte der Fachabgeordnete: „Sämtliche Fachleute sagen, dass Automaten einen hohen Suchtfaktor haben und jeder Laie, der schon mal die Zocker an den Automaten beobachtet hat, kann das bestätigen.“ Der DAV versuche mit allen Mitteln den Glücksspielstaatsvertrag zu verhindern. „Allerdings“, sagte Michalowsky, „helfen ihm seine in blanker Panik und völlig durchsichtig geschriebenen Pressemitteilungen da nicht weiter.“