10. November 2010

Anerkennung ausländischer Berufsabschlüsse schnell umsetzen

Ali Atalan, migrationspolitischer Sprecher der Fraktion DIE LINKE im Landtag von NRW

Zur geplanten Anerkennung ausländischer Bildungsabschlüsse durch die Bundesregierung erklärt Ali Atalan, migrationspolitischer Sprecher der Fraktion DIE LINKE im Landtag von NRW:

„Es ist absolut zu begrüßen, dass die Bundesregierung die Anerkennung ausländischer Bildungsabschlüsse beschleunigen und zu einem Rechtsanspruch machen will. Tausende in Deutschland lebende qualifizierte Personen aus Nicht-EU-Ländern, viele von ihnen mit akademischen Abschlüssen, müssen bislang in Deutschland schlecht bezahlten Hilfstätigkeiten in prekären Beschäftigungsverhältnissen nachgehen. Nicht selten wirkt sich diese strukturelle Diskriminierung auf dem Arbeitsmarkt auch negativ auf ihren Aufenthaltsstatus aus.

Wichtig ist nun, dass auch das Land Nordrhein-Westfalen schnellstmöglich sachgerechte Kriterien für die Anerkennung der jeweiligen Abschlüsse entwickelt und gesetzlich umsetzt. Notwendige Anpassungsqualifizierung sollten den betroffenen Personen ermöglicht werden. Personen, die aufgrund der bisherigen Regelungen – also unverschuldet - längere Zeit nicht mehr in ihren Berufen arbeiten konnten, benötigen Nachqualifizierungen.

Es ist allerdings fragwürdig, wenn gleichzeitig die Bundesrepublik Deutschland nun offensiv in einen internationalen Wettbewerb um die „besten Köpfe“ eintritt. Schon jetzt findet ein neokolonialer „Bildungsklau“ statt, bei dem die reichen Länder etwa gut ausgebildete Pflegekräfte oder Ingenieure aus den armen Ländern abwerben, was dort mitunter zu einer Unterversorgung oder Fachkräftemangel führt und somit die globalen Ungleichheiten weiter verschärft.“