8. März 2011 Hamide Akbayir und Bärbel Beuermann

100 Jahre Internationaler Frauentag: Der Kampf für Gleichberechtigung geht weiter!

Hamide Akbayir, frauenpolitische Sprecherin, und Bärbel Beuermann, Vorsitzende der Fraktion DIE LINKE. NRW

 

Der Internationale Frauentag geht auf die sozialistische Arbeiterinnenbewegung Europas zurück und fand zum ersten Mal im März 1911 in Dänemark, Deutschland, Österreich, der Schweiz und den USA statt. Zum 100. Internationalen Frauentag erklären Hamide Akbayir, frauenpolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE. im Landtag NRW, und Bärbel Beuermann, Fraktionsvorsitzende der Fraktion DIE LINKE. im Landtag NRW:

"Die Einführung eines jährlichen Internationalen Frauentages hatte am 27. August 1910 die II. Internationale Sozialistische Frauenkonferenz mit mehr als 100 Delegierten aus 17 Ländern auf Initiative der deutschen Sozialistin Clara Zetkin beschlossen.

Die Forderungen bezogen sich damals auf das Wahlrecht, Lohngleichheit, Mutterschutz, Arbeitszeitverkürzung (8-Stunden-Tag) und Mindestlöhne. Nach und nach konnten die Frauen ihren Anspruch auf Gleichheit vor dem Gesetz erkämpfen: Das Wahlrecht 1918, erste Gleichstellung von Ehefrauen 1958, seit 1977 dürfen Ehefrauen Arbeitsverträge schließen.

Doch tatsächliche Gleichstellung in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft sieht anders aus. Heute geht es um die Verwirklichung der Chancengleichheit, um gleichberechtigte Teilhabe von Frauen im Erwerbsleben und an politischen Entscheidungsprozessen und gesellschaftlichen Ressourcen. In Deutschland verdienen Frauen noch immer bis zu 23 Prozent weniger als Männer. Die Gleichheit der Entlohnung von Frauen und Männern steht also noch immer aus, weshalb wir uns für gleichen Lohn bei gleichwertiger Arbeit einsetzen. Zur Benachteiligung gehört auch, dass Frauen in prekäre Beschäftigungsverhältnisse gedrängt werden.

Auch heute ist die Frage der Geschlechterverhältnisse nicht losgelöst von der kapitalistischen Gesellschaft. Deshalb wird der Internationale Frauentag überall auf der Welt von unterschiedlichen Initiativen und Vereinigungen genutzt, um die Gleichberechtigung der Geschlechter einzufordern. Die Frauenrechtlerinnen erinnern dabei beispielsweise an die rechtliche, aber auch strukturelle Diskriminierung von Frauen und prangern sowohl staatliche als auch häusliche Gewalt gegen Frauen an.

Wir rufen daher dazu auf, den 100. Internationalen Frauentag im Gedenken an die Sozialistinnen zu würdigen und den Forderungen der Frauenbewegung Gehör zu schaffen!“