Ralf Michalowsky, seit Mai letzten Jahres Abgeordneter für DIE LINKE im Landtag von Nordrhein-Westfalen, lud für den 04. Februar 2011 zu einer Landtagsbesichtigung ein. Etwa zwanzig Bürgerinnen und Bürger folgten dieser Einladung. Darunter besonders viele aus seinem Wahlkreis und Wohnort Gladbeck.
Nach dem Frühstück in der Kantine des Landtages wurde gegen 11 Uhr zunächst ein einführender Vortrag von einer Mitarbeiterin des Landtages gehalten und anschließend das Gebäude besichtigt. Es wurde auf die Geschichte des Hauses ab dem zweiten Weltkrieg bis hin zur jüngeren Vergangenheit eingegangen und die Arbeitsweise sowie die Abläufe im Landtag erläutert. Besonders interessiert wurde von den Besuchern die Idee des Architekten hinter der Bauweise des Landtages aufgenommen: So sollen die zahlreichen Rundbauten, aus denen das Parlamentsgebäude besteht, symbolisch für die Demokratie und die ungebrochene Beziehung zwischen Politik und Bürger stehen.
Nach dem Vortrag ging es weiter mit einer kleinen Hausführung die, vorbei an den zahlreichen Kunstwerken im Parlament, schließlich im Plenarsaal endete. Verwundert war die Gruppe über die Tatsache, dass der Saal nicht behindertengerecht gebaut ist und ließen sich erklären, welche potentiellen Möglichkeiten es denn beispielsweise für Rollstuhlfahrer gäbe, wenn diese sich im Plenarsaal bewegen müssten.
Der dritte und letzte Programmpunkt an diesem Freitag war die offene Gesprächsrunde mit Ralf Michalowsky, der als Neuparlamentarier einige Missverständnisse noch gut nachvollziehen kann, die über das politische System und den Alltag eines Parlaments herrschen. So konnte er beispielsweise mit dem Vorurteil aufräumen, dass die verschiedenen Fraktionen sich untereinander auch außerhalb der Plenarsitzungen so feindselig begegnen, wie sie es in den Reden während der Plenarsitzungen tun. Er nannte das Beispiel eines Abgeordneten, der ihn und seine Fraktion in einer Rede zuvor als "Kommunisten" bezeichnete, in deren Gegenwart er sich nicht wohl fühle und sich hinterher mit Michalowsky über dessen Urlaub unterhielt. Ein weiteres Vorurteil, welches ausgeräumt werden konnte, war die Behauptung, dass Parlamentarier sehr hohe Diäten erhalten. Der Abgeordnete rechnete gegen, was er davon finanzieren müsse, beispielsweise Wahlkreisbüros und Mitarbeiter.
Alles in allem bot dieser Vormittag für die Besucher eine lehrreiche als auch kurzweilige Unterhaltung und für den Abgeordneten die Möglichkeit, interessierten Bürgern mal einen Blick hinter die Kulissen gewähren. Termine dieser Art sind neben der Präsenz im Wahlkreis für Abgeordnete besonders wichtig, weil Sie eine der wenigen Möglichkeiten im parlamentarischen Alltag darstellen, die Nähe zu den Wählern zu gewährleisten. Daher wird Ralf Michalowsky in Zukunft regelmäßig mehrmals im Jahr Landtagsbesichtigungen anbieten.