Millionen Kurdinnen und Kurden in Kurdistan und weltweit haben anlässlich des Newrozfestes ihre Forderungen nach Frieden, Freiheit und Demokratie zum Ausdruck gebracht. Allein in Diyarbakir kamen am 20. März über eine Million Menschen zusammen.
Auch in diesem Jahr sind wieder zahlreiche Beobachter-Delegationen aus Europa nach Kurdistan gereist, um zu einem friedlichen Verlauf der Feierlichkeiten beizutragen. Erneut sind sie Zeuge historischer Momente geworden und haben das Fest des Widerstandes und der Freiheit mitgefeiert. Sie sind aber auch Zeuge von Krieg und staatlicher Gewalt gegen die kurdische Zivilbevölkerung geworden.
Der Friedensmarsch von hunderttausenden Menschen zu den von der BDP (Friedens- und Demokratiepartei) initiierten großen Zelten, in denen Perspektiven für eine politische Lösung der kurdischen Frage diskutiert werden sollten, im Anschluss an die Newroz-Veranstaltungen wurde von türkischen Sicherheitskräften mit Tränengas und Wasserwerfern angegriffen. In Amed (Diyarbakir) wurden durch einen solchen Angriff auch die NRW-Landtagsabgeordnete Hamide Akbayir (Die Linke), ihre Mitarbeiterin Emel Engintepe und Marc Schulz (Mitarbeiter von MdL Bärbel Beuermann) und zahlreiche DelegationsteilnehmerInnen aus anderen europäischen Ländern verletzt. So wurde die schwer verletzte Italienerin Francesca Patressi mit einer Kopfverletzung in eine Klinik gebracht und musste operiert werden.
Ich verurteile diese Angriffe und rufe die internationale Öffentlichkeit zum Protest und zur Solidarität mit den Menschen vor Ort auf. Die europäischen Staaten fordern wir entsprechend ihrer historischen Verantwortung den KurdInnen gegenüber auf, Druck auf die türkische Regierung auszuüben.
Wir rufen die türkische Regierung dringend auf, die Vernichtungs- und Assimilationspolitik gegenüber den KurdInnen zu beenden und aktiv und gewaltfrei zur Beilegung der Auseinandersetzungen beizutragen. Das geht nur durch einen sofortigen Dialog mit der PDB (Friedens-und Demokratiepartei) und der kurdischen Bewegung. Die Lösung des Türkei-Kurdistan-Konflikts wird auch einen Beitrag zur Demokratisierung der Gesamttürkei leisten.
Hamide Akbayir