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29. März 2011 Bärbel Beuermann

Linksfraktion ehrt Antifaschisten Jupp Angenfort, ehemaliger MdL in NRW

Jupp Angenfort

Mit der Benennung eines Saales der Fraktion DIE LINKE im Landtag von Nordrhein-Westfalen nach Josef 'Jupp' Angenfort würdigt sie diesen engagierten Antifaschisten. Der im März 2010 verstorbene Angenfort war 1951 als jüngster Abgeordneter für die Kommunistische Partei Deutschland (KPD) in den nordrhein-westfälischen Landtag eingezogen. Im Zuge des KPD-Verbotes wurde Angenfort trotz Immunität verhaftet und eingesperrt.

Unter Anwesenheit von rund 50 Gästen, darunter auch Angehörige Angenforts, wurde ein Sitzungssaal der Fraktion DIE LINKE in "Jupp Angenfort Saal" umbenannt. Bärbel Beuermann, Fraktionsvorsitzende der LINKEN äußerte dabei: "Jupp Angenfort war mit seinen antifaschistischen und moralische Grundsätzen, immer ein Vorbild für mein Tun und Handeln". Sie fügte an, man in der Forderung nach Rehabilitierung der Opfer des "Kalten Krieges" nicht nachgeben.

DIE LINKE setzt sich seit ihrem Bestehen für die Rehabilitierung der Opfer des so genannten Kalten Krieges und deren Entschädigung für das ihnen angetane Unrecht ein.


Faltblatt: "Nie wieder Faschismus! Nie wieder Krieg!" [PDF] | Interview zum Thema mit Bärbel Beuermann


Lebenslauf Josef ‚Jupp‘ Angenfort

Der 1924 in Düsseldorf geborene Jupp Angenfort stammte aus einer katholischen Eisenbahnerfamilie. Im Zweiten Weltkrieg geriet er bereits als 19-jähriger Wehrmachtssoldat in sowjetische Kriegsgefangenschaft. Nach Gesprächen, die er dort mit sowjetischen Soldaten führte, und den eigenen Erfahrungen von Krieg und Faschismus, schloss er sich dem „Nationalkomitee Freies Deutschland“ an.

Ab 1949, nach seiner Rückkehr nach Deutschland, engagierte er sich gegen Krieg und Militarisierung und war in der kommunistischen Bewegung aktiv. Als jüngster Abgeordneter zog er 1951 für die Kommunistische Partei Deutschland (KPD) in den nordrhein-westfälischen Landtag ein.

Trotz seiner Immunität als Landtagsabgeordneter wurde Angenfort von einer Spezialeinsatzgruppe des Bundeskriminalamtes festgenommen und wegen angeblichen Hochverrats angeklagt. Obwohl die Inhaftierung selbst gegen die geltenden Gesetze verstieß, rettete ihn dies nicht vor einer Verurteilung wegen „Vorbereitung eines hochverräterischen Unternehmens, Geheimbündelei und Zugehörigkeit als Rädelsführer zu einer verfassungsfeindlichen Vereinigung“ zu insgesamt fünf Jahren Haft.

Kurz nach seiner Entlassung wurde Angenfort wegen Verstoßes gegen das KPD-Verbot wieder verhaftet, jedoch gelang ihm die Flucht. Er rettete sich in die DDR und kam erst 1968 nach Gründung der Deutschen Kommunistischen Partei (DKP) zurück nach Düsseldorf, deren Mitglied er bis zu seinem Tod im März 2010 blieb. Bis zu seinem Lebensende engagierte er sich außerdem in der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschisten (VVN-BdA) und der Friedensbewegung.